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Einmal an der Uhr gedreht

(18.02.2010 - WIESBADEN Von Cornelia Diergardt FRAUENARBEIT) Eine Anleitung zum mutigen Fantasieren / Die drei neuen K´s: Karriere und Kinder trotz Krise

Ina B. nennt sich "Wanderarbeiterin", die wie viele ihrer Geschlechtsgenossinnen im Jahr 2020 flexibel der Krise trotzt. Einmal die Woche fährt die Wiesbadener Marketing-Fachfrau zu einem ihrer Arbeitgeber nach München. Diesen Job teilt sich Ina B., Mutter von Marie (4) und Janosch (6), mit ihrer Kollegin Karin K., die ebenfalls zwei Kinder großzieht. Nach dem Motto "anytime, anywhere" sind die beiden Spezialistinnen per Laptop, Smartphone und Blackberry ständig auf dem Laufenden - egal wann und wo sie sind. Der Rest der Arbeit wird nach Hause gebracht, also im Home Office erledigt.

Außerdem ist Ina. B als Beraterin verschiedener Firmen in Deutschland und in Europa tätig. Mal für einen "Feuerwehreinsatz, wenn ein Projekt klemmt", mal für eine mehrmonatige Schwangerschaftsvertretung. Obwohl es an Aufträgen nicht mangelt, steht bei der 42-Jährigen Fortbildung regelmäßig im Terminkalender.

Erste deutsche Frauen-Uni

Im Jahr 2020 geht durch die Landeshauptstadt ein Ruck und Ina B. kann sich keine bessere Heimatstadt vorstellen. Für Schlagzeilen sorgt beispielsweise die European Business School, die wegen des steil steigenden weiblichen Bildungsvorsprungs einen spektakulären Schritt unternimmt: Sie vollzieht die Umwandlung zur ersten deutschen Frauen-Uni. Durch die Stadt weht der Geist einer neuen innovativen weiblichen Elite.

Kostenfreie Kita-Plätze

Ein Quantensprung im Bildungswesen, der auch vor anderen Einrichtungen nicht halt macht. Ganztagsschulen sind bereits seit 2015 Pflicht. Kommen sie der Auflage nicht nach, schließt die hessische Landesregierung rigide die Einrichtung. Die kostenfreien Kitas haben bis 20 Uhr geöffnet.

In der Walhalla, jahrzehntelang ein maroder, leer stehender Kasten, etabliert sich eine Art moderne Nachbarschaftshilfeagentur. Finanziert durch eine lokale Steuer, hilft die Organisation bei Fragen der Lebensbewältigung, aber auch bei Reparaturen im Haushalt. Ina B. ist beispielsweise erleichtert, in der Walhalla eine kompetent-verlässliche Unterstützung für ihre dementen Eltern zu erhalten. Ohne diese Hilfen wäre ihr mobiles, multilokales Arbeiten nicht zu managen, das Familienleben nicht zu finanzieren, im schlimmsten Fall krisengefährdet. Erwähnenswert ist auch die Entwicklung in der städtischen Verwaltung, die sich schon lange Urban-Management-Group nennt. Seit 2020 arbeitet hier Frauenbeauftragte Saskia Veit-Prang Hand in Hand mit einem männlichen Pendant: dem Männerbeauftragten Manuel Munter. Seine Beratungsangebote nimmt auch Ina B.s Mann Bernd dankbar in Anspruch. Schließlich muss er sich von traditionellen Rollenmustern endgültig verabschieden. Da stehen Neuverhandlungen zwischen den Ehepartnern an. Beide kämpfen mit dem Problem der Balance zwischen Familie und Karriere. Manuel Munter gibt Bernd B. hilfreiche Tipps.

 

Quelle: 

http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/8437460.htm

 

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