Telekom zeigt "Connected Life and Work"
Die Deutsche Telekom hat heute auf dem Mobile World Congress (MWC) eine Reihe von Neuentwicklungen vorgestellt, die dem Konzern die Marktführerschaft beim Thema "Vernetztes Leben und Arbeiten" bescheren sollen. Ziel des Bonner Unternehmens ist es, verschiedene Dienste ins Internet auszulagern (Cloud Computing) und dann sowohl vom Handy, als auch von Fernseher oder Notebook einen einheitlichen Zugriff zu gewährleisten.
Zu den Kernstücken der Dienste, die die Deutsche Telekom bereits seit dem vergangenen Jahr anbietet und zukünftig in noch mehr europäischen Ländern anbieten will, gehören das Mediencenter und der Service MyPhonebook. Die bieten, egal, ob auf Handy, Notebook oder Fernseher, ein einheitliches Look & Feel. Mit dem Mediencenter können Kunden ihren persönlichen Speicherplatz im Internet einrichten. Nach einmaliger Anmeldung und Speicherung können sie über PC, Handy oder Fernseher auf ihre E-Mails, Kontakte, Fotos, Musik und Videos zugreifen und sie verwalten. Das Mediencenter ermöglicht es Nutzern, ihre persönlichen Inhalte von unterwegs mit Verwandten und Freunden zu teilen, wie zum Beispiel Fotos vom letzten Familientreffen oder Urlaub.
MyPhonebook - auch als iPhone-Applikation verfügbar - ist für die Speicherung von persönlichen Kontakten, Kalendereinträgen und Aufgaben zuständig; beim Wechsel des Mobilfunktelefons werden die Daten automatisch übertragen. Änderungen können sowohl über das Mobiltelefon als auch den PC gemacht werden und stehen dann überall zur Verfügung. Auch das Importieren vorhandener Kontakte aus verschiedenen Quellen ist möglich, und da der Service auf automatischerSynchronisation basiert, sind Daten stets aktuell. Mit MyCommunity steht dem Online-Telefonbuch eine personenzentrierte Benutzeroberfläche zur Seite, die unter anderem einen Tarifanzeiger, ein Aktivitätsprotokoll sowie eine Social-Network-Integration mitbringt. Und die mobile Anwendung "Electronic Programme Guide" soll sicherstellen, dass die IPTV-Kunden der Deutschen Telekom ihre Lieblingssendung im Fernsehen nie wieder verpassen, denn die Aufzeichnung von Programmen kann mobil erfolgen. Da für diese internetbasierte Lösung schnelles Internet - auch auf dem Handy - vonnöten ist, plant die Deutsche Telekom, ihr 3G-Netz so auszubauen, dass schon in naher Zukunft dank HSPA+ Übertragungsraten von 42 Megabit pro Sekunde erreicht werden können. Eine entsprechende Demonstration dieses "Next Generation Mobile Network" zeigt der Magentariese derzeit mittels Long Term Evolution auf seinem MWC-Stand. Dieses Jahr will die Deutsche Telekom ihr Angebot für "Vernetztes Leben und Arbeiten" auf weitere Länder Europas ausdehnen und hat in diesem Zusammenhang zwei mobile Endgeräte vorgestellt, die bereits mit der entsprechenden Software ausgestattet sind und in Kürze bei T-Mobile zu haben sein werden: Das gerade erst präsentierte Samsungs S8500 Wave sowie das T-Mobile Pulse Mini. Das 3,3 Zoll große Display des Samsung Wave basiert auf der "Super-AMOLED"-Technik und ist damit laut Samsung bei gleichem Stromverbrauch 20 Prozent leuchtintensiver als herkömmliche AMOLED-Displays. Darüber hinaus sitzt der Touch-Sensor nun im Display, nicht mehr darunter – das hat ein verbessertes Bild zur Folge. Das Wave besitzt eine WVGA-Auflösung von 800 mal 480 Pixel und neben HSPA gehört auch eine 5-Megapixel-Kamera samt LED-Blitz, Autofokus und Geotagging-Funktion zur Ausstattung. Angetrieben wird das Smartphone von einem 1-Gigahertz-Prozessor; dabei handelt es sich jedoch um eine Eigenentwicklung namens "Hummingbird", nicht um Qualcomms Snapdragon-CPU. Das S8500 spielt HD-Videos (720p) sowie alle gängigen Formate (MPEG4, H.263, H.264, DivX, Xvid) ab. Darüber hinaus besitzt es ein FM-Radio und eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Zur weiteren Ausstattung gehören Bluetooth 3.0, W-Lan und A-GPS. Angetrieben wird das Gerät von einem 1.500-mAh-Akku; es ist 118 mal 56 mal 10,9 Millimeter groß. T-Mobile gibt die Verfügbarkeit für Mai 2010 an. Das T-Mobile Pulse Mini besitzt ein 2,8 Zoll großes Touch-Display und löst 320 mal 240 Pixel auf. Es besitzt eine 3,2-Megapixel-Kamera samt Autofokus und Blitz und läuft auf dem neuen Android 2.1. Neben HSDPA (3,6 Megabit pro Sekunde) gehören außerdem Bluetooth, W-Lan und ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss zur Ausstattung. Der 300 Megabyte umfassende interne Speicher kann bei Bedarf per MicroSD-Karte auf bis zu 16 Gigabyte erweitert werden. Das Pulse Mini misst 106 mal 57 mal 14 Millimeter und wiegt 110 Gramm. Der Akku hält laut Hersteller für bis zu 420 Stunden Standby- und bis zu 300 Minuten Gesprächszeit. T-Mobile gibt die Verfügbarkeit für April 2010 an, allerdings vorerst nur in acht europäischen Ländern: exklusive Deutschland, dafür jedoch bei den Nachbarn aus Österreich. Da mobilen Anwendungen nach Meinung der Deutschen Telekom eine Schlüsselrolle im "Vernetzten Leben und Arbeiten" zukommt, möchte sie eine möglichst breitgefächerte Produktpalette anbieten und darum zukünftig mit verschiedenen App Stores zusammenarbeiten, unter anderem mit Nokias Ovi Store. Dort soll es dann einen dedizierten T-Mobile-Kanal mit konkreten Empfehlungen für Nutzer geben. Die Inhalte und Anwendungen können dann über ein einfach zu nutzendes Abrechnungssystem erworben werden: Statt mit Kreditkarte können die anfallenden Beträge über die Mobilfunkrechnung beglichen werden. Darüber hinaus hat die Deutsche Telekom noch einmal ihre Unterstützung der branchenübergreifenden Initiative "Wholesale Applications Community“ bekräftigt. Deren Ziel besteht in der Konsolidierung des unübersichtlichen App-Markts zu einer offenen Plattform, von der alle Beteiligten - von den Entwicklern über die Netzbetreiber bis hin zu den Mobilfunknutzern - profitieren sollen. Im Prinzip also der Gegenentwurf zu Apple und seinem geschlossenen System.
