Workshifting - Wenn der Arbeitsplatz mitwandert
Während die Reisebudgets der meisten Unternehmen erheblich gekürzt wurden, wird die Technik für mobiles Arbeiten immer besser und zuverlässiger. Die Experten von Citrix Online sind sich deshalb sicher: »2010 wird Jahr des Workshifts!
Die Krise hat deutliche Spuren hinterlassen, die sich teilweise nicht mehr zurückdrehen lassen werden. So werden beispielsweise Geschäftsreisen immer seltener, die Unternehmen überlegen zweimal, ob sie jemanden wirklich persönlich zu einem Termin schicken müssen. Als Alternative setzen sich dafür digitale Lösungen wie Teleworking oder Videokonferenzen durch. In den letzten Jahren hat sich die Technik in diesem Bereich enorm verbessert und neue Arbeitskonzepte wie Home Office setzen sich zunehmend auch in der Breite durch.
Der Trend ist sogar schon so groß, dass mit »workshift« ein eigenes Wort dafür kreiert wurde. Damit soll es Arbeitnehmern ermöglicht werden, theoretisch völlig ortsunabhängig arbeiten zu können – auch bei spontanen Veränderungen, wie beispielsweise dem jüngsten Pilotenstreik. »Außerplanmäßige Events wie Streiks werden von vielen Unternehmen zunächst als unverrückbare Geschäftskosten verbucht«, so Andrew Millard Director of eCommerce bei Citrix Online EMEA.
Für Millard ist deshalb dringend auch ein Umdenken gefordert, das diesen neuen Entwicklungen gerecht wird: »Das Problem ist hier jedoch ein ganz anderes: nämlich die eingeschränkte Definition des Begriffs „Geschäftsreise“. Diese besteht im 21. Jahrhundert nicht mehr nur aus der Anreise mit Flugzeug, Zug und Auto. Vielmehr beinhaltet er heutzutage auch ein Workshift-Konzept, das es Mitarbeitern ermöglicht, von unterwegs aus ihrer Arbeit nachzugehen – egal, wo sie sich gerade befinden! Ob in der Bahn, im Hotel oder in der Wartehalle am lahmgelegten Flughafen. Für die IT-Abteilung eines Unternehmens bietet dies eine einmalige Chance.
NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE IT-ABTEILUNGEN
Diese neue Form des Arbeitens bedeutet natürlich gerade für die IT-Abteilungen eine enorme Umstellung. Sie müssen dafür sorgen, dass den Mitarbeitern ihre Arbeitsumgebung auch außerhalb der festen Örtlichkeiten wie Büro oder Heim zuverlässig und sicher zur Verfügung gestellt wird. Für Millard ist klar, wer die Hauptlast schultert: »Die IT-Abteilung kann den Grundstein dafür legen, dass Workshifting auch wirklich funktioniert.«.
Dabei bieten gerade solche aktuellen Vorfälle wie der Pilotenstreik auch eine gute Argumentationshilfe, um die dafür notwendigen Veränderungen der IT voranzutreiben. »IT-Abteilungen haben häufig das Problem, dass sie jedes Detail – ob Ausgabe, Projekt oder Lösung - gegenüber der Geschäftsleitung im Unternehmen rechtfertigen müssen. Und diese wollen natürlich nichts von Technik hören, sondern vor allem von geschäftlichen Vorteilen und rationellen Abläufen. Aktuelle Ereignisse wie der Lufthansa-Streik oder das Schneechaos bieten IT-Abteilungen nun eine gute Gelegenheit, ihren Mehrwert für das Unternehmen herauszustellen: durch die technische Unterstützung von Workshift-Konzepten«, so Millard.
Bei der praktischen Umsetzung von Workshifting-Konzepten sind dann web-basierteTechnologien für Remote Access, Online-Meetings, Online-Trainings und Remote Support einige der wichtigsten Voraussetzungen, für welche die IT-Abteilung verantwortlich ist. Um teuren Fixkosten zu entgehen, kann sich auch eine Software-as-a-Service-Variante anbieten.
Wenn die IT-Abteilung eine derartige Produktivitätsversicherung ermöglicht wird und auch gelingt, schützt sie damit das Unternehmen gegen unvorhergesehene Arbeitsausfälle und trägt so zu einer höheren Produktivitätsrate bei.
DIE TEUERSTEN GESCHÄFTSREISEZIELE
Wie teuer Geschäftreisen inzwischen sein können, zeigt eindringlich eine aktuelle Studie von Business Travel News. Demnach war die teuerste Stadt für Geschäftsreisende im vergangenen Jahr Amsterdam, mit durchschnittlichen Kosten von 575 US-Dollar pro Tag. Auf Platz zwei folgt die Russische Hauptstadt Moskau mit 527 US-Dollar pro Tag.
Auch bei den Essenkosten im Hotel liegt Amsterdam, mit durchschnittlich 247 US-Dollar täglich, eindeutig an der Spitze der teuersten Geschäftsreiseziele. Die Plätze zwei und Drei belegen Paris und das chinesische Ballungsgebiet Osaka-Kobe, die ebenfalls bei über 200 Dollar pro Tag liegen.
Zu viel für heutige Zeiten, findet der Web Collaboration Spezialist Millard: »Gerade in Zeiten knapper Budgets, in denen Unternehmen verstärkt auf Ihre Ausgaben achten müssen, sind Summen wie diese kaum vertretbar. Besonders, wenn es sich bei der Geschäftsreise um ein Meeting handelt, dass die persönliche Präsenz vor Ort nicht unbedingt erfordert. Natürlich wirkt sich das persönliche Erscheinen gerade für eine internationale Zusammenarbeit manchmal förderlich aus. Trotzdem gilt es hier maßzuhalten: Heutzutage muss beispielsweise kein Mitarbeiter mehr Stunde um Stunde in Flugzeug, Bahn oder Auto verbringen, um ein Meeting wahrzunehmen, dass vielleicht sogar kürzer ist, als die gesamte Reisezeit. Unternehmen sollten versuchen, eine tragbare Balance zwischen Geschäftsreise und webbasierten Meeting-Alternativen zu finden. Denn: Reisen ist schön, aber Geld haben ist auch nicht schlecht!«
Für Millard steht deshalb fest: »2010 wird das Jahr des „Workshifts“. Die mobile Arbeitswelt fordert Lösungen, die gestresste Mitarbeiter zeitlich entlasten und eine flexible Arbeitsplatzgestaltung ermöglichen. Früher waren webbasierte Meetings aufgrund der fehlenden Breitband- und Netzwerkressourcen nicht möglich oder sehr anfällig für Störungen jeder Art. Dies gehört nun aufgrund ausgeklügelter Technologien und optimierten Netzwerken der Vergangenheit an. Online-Meetings und Trainings, SaaS-basierte Collaboration-Technologien oder Webinars – es gibt eine Menge kosteneffiziente und leicht zu implementierende Alternativen. Die Frage ist, ob ein Unternehmen sich auf diese „Workshifting-Kultur“ einlassen möchte oder nicht. Möchte es das nicht, muss es im wahrsten Sinne des Wortes die Kosten dafür tragen.
Quelle:
http://www.informationweek.de/cio/it-strategie/artikel-80358-3.html
von Lars Bube

